Solar@venture – Gelebte europäische Partnerschaft

Auszubildende installierten auf Lanzarote Photovoltaikanlagen auf dem Dach einer Schule. Jetzt fand die Vorstellung für die Betriebe und Familien statt- mit Live-Schaltung zur spanischen Schule.

Vor Ort haben die deutschen und spanischen Auszubildenden die Photovoltaikanlangen gemeinsam installiert.

Vor Ort haben die deutschen und spanischen Auszubildenden die Photovoltaikanlangen gemeinsam installiert.

Im feierlichen Rahmen wurde das internationale Kooperationsprojekt „Solar@venture“ in der Aula des Berufskollegs Kleve gewürdigt. Das Projekt gilt als Paradebeispiel für gelebte europäische Partnerschaft und internationale Zusammenarbeit. Es verbindet technisches Know-how, praxisorientierte Ausbildung und nachhaltige Qualitätssicherung und stärkt zugleich die langfristige Idee einer europäischen Kooperation.

Zwölf Auszubildende für Energie- und Gebäudetechnik machten es sich im Sommer zusammen mit den Lernenden der berufsbildenden Schule „Secondary School Zonzamas“ auf Lanzarote zur Aufgabe, drei Photovoltaikanlagen auf dem Dach der Schule zu installieren. Der Weg von der Planung über Messungen bis hin zur Installation lag vollständig in den Händen der jungen Auszubildenden. Unterstützt wurden sie dabei von den Fachlehrkräften Karla Vehreschild und Jochen Verrieth.

Bei der feierlichen Projektvorstellung wurde einmal mehr sichtbar, mit welcher Begeisterung die Lernenden die gelungene Zusammenarbeit, den kulturellen Austausch und die praktische Umsetzung würdigten. Die Auszubildenden präsentierten ihre Arbeit eindrucksstark und berichteten in einer anschließenden Austauschrunde von vielfältigen Herausforderungen – sei es die technische Komplexität, die Rahmenbedingungen der kanarischen Insel oder einzelne Sprachbarrieren. All diese Hürden meisterten sie vorbildlich und überzeugten durch Einsatzbereitschaft, Kreativität und Teamgeist. Im Rahmen einer Gesprächsrunde betonten auch die Fachlehrkräfte, dass das Projekt nicht nur fachlich, sondern auch interkulturell eine wertvolle Erfahrung war, von der alle Beteiligten persönlich profitieren konnten. „Das Projekt zeigt in beeindruckender Weise, wie praxisorientierte Ausbildung und internationale Zusammenarbeit verbunden werden können“, so Schulleiterin Annette Vogt.

Auch der ehemalige Schulleiter des Berufskollegs Kleve, Peter Wolters, sowie der Abteilungsleiter der Abt. Technik, André Neyenhuys, konnten sich auf Lanzarote ein Bild von der Kooperation machen und betonten ebenfalls die Einzigartigkeit und den hohen Ertrag des Projekts. „Es ist beeindruckend, wie viel Herz, Engagement und Fachlichkeit in diesem Projekt steckt. Es ist aber mehr als ein technisches Projekt; es ist ein wertvoller Baustein für ein starkes Europa“, so André Neyenhuys. 

Dem Publikum wurde darüber hinaus per Livestream die Gelegenheit geboten, hautnah einen Eindruck von den installierten Anlagen zu gewinnen. Bei idealen Wetterbedingungen mit strahlendem Sonnenschein und rund 25 Grad wurde die anspruchsvolle Arbeit der Lernenden von den spanischen Kooperationspartnern eindrucksvoll veranschaulicht, was durchweg für Bewunderung sorgte. Franz Josef Schraven, CEO der Firma Energy System Canarian und großzügiger Unterstützer des Projekts, betonte während der zugeschalteten Videosequenz die enorme Relevanz von qualifiziertem Personal und technischem Know-how für eine mögliche Energiewende auf den Kanaren. An dieser Stelle sind ebenfalls die Ausbildungsbetriebe und die Innung als Unterstützer des Projekts zu nennen. So wurden die Auszubildenden beispielsweise für die Projektarbeit freigestellt und alle Materialien gespendet. „Wir brauchen gute Fachkräfte. Dazu müssen wir junge Menschen für unseren Beruf begeistern. Dieses Projekt bietet einen Anreiz und mach unseren Beruf nahbar. Es ist ein Beispiel für Nachhaltigkeit und trägt dazu bei, das Know-how in den Schulen europaweit zu erhöhen“, so Jörg Weykamp, Obermeister der Elektro-Innung des Kreises Kleve. Die Realisierung des Projekts wurde darüber hinaus durch das Erasmus-Plus-Programm der Europäischen Union ermöglicht, das von Katharina Neyenhuys in ihrer Funktion als Beauftragte für Internationalisierung vorgestellt wurde.

Die Leistung der angehenden Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik wurde abschließend mit der Verleihung der Erasmus-Mobilitätsauszeichnung „Europass“ gewürdigt. Nach spanischen Tapas und einem regen Austausch zwischen Lernenden, Lehrkräften, Betrieben und Gästen hinterließ die Veranstaltung bei allen Anwesenden einen bleibenden Eindruck.

Das Berufskolleg Kleve lud die Partner aus Lanzarote zu einem Gegenbesuch nach Deutschland ein. Beide Schulen bekräftigten ihre Absicht, die Kooperation langfristig fortzuführen und künftig auch auf weitere Berufsfelder auszuweiten.

Text von Pia Hünnekes, Fotos von Natascha Verbücheln und Jochen Verrieth

Abteilung Technik