„Enne Tomp för te leese“

Nicht nur der ausgefallene Name, sondern auch das Möbel selbst begeisterte die Jury beim diesjährigen Wettbewerb „Die gute Form“ der Tischler-Innung des Kreises Kleve, der im Rahmen der Lossprechung stattfand.

Jos Steeger und Lina Schmitz gehören nicht nur zu den Innungsbesten der Tischler-Innung des Kreises Kleve; sie überzeugten auch beim Wettbewerb „Die gute Form“ mit ihren Gesellenstücken.

Jos Steeger und Lina Schmitz gehören nicht nur zu den Innungsbesten der Tischler-Innung des Kreises Kleve; sie überzeugten auch beim Wettbewerb „Die gute Form“ mit ihren Gesellenstücken.

Die Lossprechungsfeier der Tischler-Innung des Kreises Kleve fand in diesem Jahr in der neuen Aula am Berufskolleg Kleve statt. 250 Gäste, darunter Eltern, Freunde, Vertreterinnen und Vertreter der Ausbildungsbetriebe und des Berufskollegs sowie Ehrengäste, waren gekommen, um die erfolgreichen Nachwuchshandwerker zu feiern. Im Namen der Tischler-Innung des Kreises Kleve eröffnete Obermeister Stefan Meyer die Veranstaltung und begrüßte die zahlreichen Gäste. Er freute sich über die gezeigten Leistungen in der diesjährigen Gesellenprüfung und gratulierte dem Handwerkernachwuchs herzlich zur bestandenen Prüfung. Schulleiter Peter Wolters würdigte in seiner Festansprache die Leistungen der jungen Handwerker sowie auch die Bedeutung des Handwerks. „Sie haben einen Beruf erlernt, mit dem man was anfangen kann, und haben eine Basis, auf der Sie Ihre Interessen weiter entwickeln können. Wir alle hier wissen, ohne Handwerk und ohne verlässliche Handwerker geht in unserem Leben nichts.“

Nach der offiziellen Lossprechung überreichten die Lehrlingswarte der Innung die Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse an die glücklichen Tischlergesellinnen und -gesellen. Die Übergabe der Gesellenbriefe und Prüfungszeugnisse markiert den offiziellen Abschluss nach der Berufsausbildung. Aufgrund guter Leistungen wurde an diesem Abend Jos Steeger aus Kevelaer-Wetten, welcher bei Tischlermeister Theo Janßen aus Uedem ausgebildet wurde, als Innungsbester geehrt und ausgezeichnet. Ebenfalls für gute Leistungen wurde Lina Schmitz aus Goch ausgezeichnet. Ausgebildet wurde Schmitz bei Gossens GmbH, Innenausbau - Objekteinrichtung in Goch-Asperden. Beide überzeugten auch mit ihren Gesellenstücken bei dem Wettbewerb „Die gute Form“. Das von den Auszubildenden selbst entworfene, gezeichnete und hergestellte Gesellenstück ist sicherlich das große Finale in der Ausbildung zur Tischlerin bzw. zum Tischler. Dabei sind nicht nur handwerkliches Geschick sowie der richtige Umgang mit Material und Werkzeug gefragt, eine ebenso wichtige Rolle spielen auch Kreativität und Gestaltungskompetenz in dieser handwerklichen Ausbildung. Um hier entsprechende Anreize zu schaffen, organisiert die Tischler-Innung parallel zur praktischen Gesellenprüfung den Wettbewerb „Die gute Form“. Bei diesem Wettbewerb werden die Möbelstücke nicht nach Ausführung und fachlicher Qualität bewertet, sondern nach den Kriterien: Idee, Form, Funktion und Konstruktion. Die Bewertung in diesem Wettbewerb erfolgt durch eine 8-köpfige Laien-Jury unabhängig vom Prüfungsausschuss der Innung.

Das Siegerstück „Enne Tomp för te leese“ gehört zu Jos Steeger, der ein Möbel baute, welches ein Ort zum Abschalten werden kann: eine Lesebank, inspiriert von der Telefonbank aus den 50er und 60er Jahren. Gemacht ist es aus Kirschholz mit beigen Polstern und schwarzen Metallteilen, gestaltet ist es schlicht und still für eine zeitlose Gefälligkeit. Gedacht ist das Stück als Einsitzer mit großer Sitzflache für eine komfortable Sitzposition.

Die Jury war begeistert von diesem besonderen Möbel: „Ein multifunktionales und alltagstaugliches Möbelstück“. Der versteckte Mechanismus an diesem Möbel sei sehr besonders. Es lade ein, Platz zu nehmen, und erinnere an Urlaub. Der versteckte Bücherkorpus wäre auch ein gutes Schnuppversteck“ - so die Kommentare der Jurymitglieder zu dieser Lesebank.

Auch das Gesellenstück von Lina Schmitz wurde von der Jury mit dem dritten Platz im Wettbewerb ausgezeichnet. Die Nachwuchshandwerkerin hatte sich beim Gesellenstück für ein Sideboard entschieden, welches als Weinbar dient. Das Design zeichnet sich durch Eleganz aus, während die Verarbeitung filigrane Handwerkskunst zeigt. Auffällig für die Jury waren die Verbindung der Materialien, die großzügige Aufteilung, die Farbauswahl sowie der Wechsel zwischen Licht und Schatten in dem Sideboard.

Die Tischler-Innung des Kreises Kleve ist stolz auf ihren Nachwuchs und gratuliert den Siegern aus der „Guten Form 2025“ sowie allen losgesprochenen Nachwuchshandwerkerinnen und Nachwuchshandwerker herzlich zu ihrem Erfolg sowie zu ihrer Kreativität.

Text und Fotos zur Verfügung gestellt von Kreishandwerkerschaft Kleve

Abteilung Technik