Zeitzeugin Eva Weyl erzählt über den Holocaust

Ein Schüler der Fachoberschule Gesundheit & Soziales berichtet von einer Politikstunde der anderen Art.

Zeitzeugin Eva Weyl hat den Digitalunterricht mit ihren Erinnerungen an den Holocoust bereichert.

Zeitzeugin Eva Weyl hat den Digitalunterricht mit ihren Erinnerungen an den Holocoust bereichert.

Zeitzeugin Eva Weyl, eine Überlebende des Konzentrationslagers Westerbork, erzählte per Zoom-Meeting über ihre Erinnerungen an den Nationalsozialismus. Weyl schilderte uns ihre persönlichen Erfahrungen, welche sie mit einer Präsentation, gespickt mit persönlichen Fotos sowie Dokumenten, vortrug.
Die Familie gehörte das große „Kaufhaus Weyl“ auf der Großen Straße in Kleve; dieses betrieb ihre Familie bis zur Flucht vor den Nazis in die Niederlande. Da die Niederlande im ersten Weltkrieg neutral war, entschied ihre Familie dort Schutz zu suchen, um den Nationalsozialisten zu entkommen. Im Mai 1940 besetzte dann die Wehrmacht die Niederlande. Die Familie Weyl wurde ins Konzentrationslager Westerbork deportiert, verbunden mit dem großen Verlust ihrer Freiheit sowie von Hab und Gut. Das Lager Westerbork war ein Zwischenlager für die jüdischen Insassen und stand unter der Leitung des „Schreibtischmörders“ Albert Konrad Gemmeker. Von Westerbork aus wurden die meisten Insassen in die Vernichtungslager nach Auschwitz und Sobibor deportiert. Die Juden mussten im Lager Westerbork keinen Hunger leiden, sie wurden medizinisch versorgt und konnten ein Theater und Schulen besuchen. Dies war jedoch perfide, denn sie sollten gesund 2000 km entfernt getötet werden. Familie Weyl konnte diese schreckliche Zeit glücklicherweise überleben, um ein neues Leben in Freiheit zu beginnen.
Eva Weyls Mission heute: „Es darf keine Diskriminierung, keinen Rassismus und auch kein Antisemitismus mehr geben. Die heutige Generation muss dabei helfen, eine Zukunft ohne Hass zu bauen Ihr seid nicht für die Vergangenheit verantwortlich, jedoch für die Zukunft. Also denkt immer erst nach, handelt dann und gebraucht euren Verstand und euer Herz, wenn ihr beauftragt seid, etwas zu tun! Nur wer die Vergangenheit kennt, könne die Zukunft ändern und in Freiheit leben.“ Mit diesen Worten beendete Eva Weyl ihre Videokonferenz und machte uns so zu ihren „Zweitzeugen“. 

Text von Luca Polders, Foto von Jan Feldmann