„Ihr seid meine Zweitzeugen“

Zeitzeugin Eva Weyl forderte Schülerinnen und Schülern der Abteilung Sozialwesen auf, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen - für eine bessere Zukunft, für Toleranz und ein respektvolles Miteinander.

Zweitzeugen gesucht – Eva Weyl spricht mit Schülerinnen und Schülern über ihre bewegende Geschichte, um sie für den heutigen Kampf um Toleranz und Respekt zu motivieren.

Zweitzeugen gesucht – Eva Weyl spricht mit Schülerinnen und Schülern über ihre bewegende Geschichte, um sie für den heutigen Kampf um Toleranz und Respekt zu motivieren.

90 Minuten hat Zeitzeugin Eva Weyl jetzt am Schulstandort Bedburg-Hau über ihre bewegende Kindheit unter dem nationalsozialistischen Regime und vom Leben ihrer Familie im Konzentrationslager Westerbork in den Niederlanden berichtet – nicht um die Schülerinnen und Schüler in die Verantwortung für die Vergangenheit zu nehmen, sondern mit dem Blick nach vorne. Ihr Ziel sei es, betonte Frau Weyl, vor politischem Extremismus und dem in Europa sowie Deutschland aufkommenden Rechtspopulismus zu warnen. Sie wolle die jungen Menschen durch ihre Schulbesuche zu „Zweitzeugen“ machen und verdeutlichen, dass es nicht die Aufgabe sei, Verantwortung für die Verbrechen früherer Generationen zu übernehmen, aber sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen, um hierdurch für die Zukunft zu lernen. So sei es die Pflicht eines jeden Menschen, sich gegen Hass und Ausgrenzung zu positionieren und sich für Toleranz und ein respektvolles gesellschaftliches Miteinander einzusetzen. Man müsse politische Propaganda entlarven, indem man sich seines Verstandes bediene und nachdenke, bevor man handele.

In ihrem Vortrag schilderte Weyl auf eindrucksvolle Weise und mit vielen persönlichen Erlebnissen und Anekdoten das Grauen der nationalsozialistischen Diktatur und warnte vor den Gefahren politischer Propaganda sowie vor der Passivität und Gutgläubigkeit des Einzelnen. Mit ihrer lebendigen und humorvollen Art konnte Weyl das Publikum schnell in ihren Bann ziehen. Sie beantwortete die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler und wurde anschließend unter großem Applaus und viel Anerkennung von Lehrer Jan Feldmann verabschiedet, welcher den Besuch der Zeitzeugin in Bedburg-Hau organisiert hatte.

Text und Fotos von Johannes Menrath

Abteilung Sozialwesen