Grün für Europa

Unsere Schülerinnen und Schülern sind sich einig: Sie wollen die Grünen im Europaparlament. Das zeigen die Ergebnisse der Juniorwahl, bei der fast 600 Schülerinnen und Schüler aus allen Abteilungen unserer Schule teilgenommen haben. Während in allen Abteilungen die Grünen die meisten Stimmen erhielten, erreichte die CDU in der Abteilung Agrarwirtschaft die absolute Mehrheit.

Die Juniorwahl ist ein handlungsorientiertes Konzept zur politischen Bildung an weiterführenden Schulen. Dabei wird der komplette Wahlprozess für Jugendliche, die noch nicht oder zum ersten Mal wählen gehen dürfen, an einer Schule simuliert – von Wahlbenachrichtigungen bis zur Stimmabgabe an einer authentischen Wahlurne. So soll Demokratie erlebt und das Interesse an Politik gestärkt werden. Über 600 000 Schülerinnen und Schüler haben deutschlandweit bei der Juniorwahl teilgenommen. Auch im Bundesschnitt setzt die Jugend auf grün: Mit 33,9 % der Stimmen sind die Grünen deutliche Wahlgewinner bei der Juniorwahl.

Im Unterricht haben sich die Klassen zunächst mittels Wahl-O-Mat und Info-Material der Bundeszentrale für politische Bildung auf eine anstehende Simulation vorbereitet. Schon in der Vorbereitung wurde deutlich, wie groß das Interesse der Schülerinnen und Schüler an Umweltthemen ist. Vor allem die Standpunkte und Ideen zum Klimaschutz sind in den Wahlprogrammen detailliert gesichtet und im Unterrichtsgespräch ausführlich diskutiert worden. „Was den Schülerinnen und Schülern besonders gefiel waren die anregenden Diskussionen um unsere demokratischen Werte und das Wissen, dass jede Stimme bei der Wahl zählt, auch die eigene“, resümiert Lehrerin Christine Pollmann.

In der Woche vor der Europawahl wurde es dann ernst: Wahllisten wurden erstellt, Wahlbenachrichtigung verteilt, ein Wahlvorstand gewählt, die Wahlkabine eingerichtet und der eigene Stimmzettel in eine Wahlurne geworfen. Fleißige Wahlhelfer – ebenfalls Schülerinnen und Schüler – haben die Stimmzettel dann ausgewertet und gezählt. Das Ergebnis überrascht kaum – Die „Fridays for Future“-Bewegung ist auch im Kreis Kleve bekannt und beachtet.  29 % der gültigen Stimmen unserer Schüler fielen auf die Grünen, gefolgt von den Volksparteien CDU (18%) und SPD (15%). Stark rechts oder links orientierte Parteien erhielten dagegen kaum einen Zuspruch. 

 

Schaut man sich die Wahlergebnisse des Berufskollegs Kleve genauer an, fällt auf, dass in den Abteilungen Wirtschaft, Technik, Gesundheit und Sozialwesen die Grünen oft mit deutlichem Abstand die stärkste Partei sind. Erstaunlicherweise haben die Berufsschülerinnen und -schüler der Abteilung Agrarwirtschaft ein anderes Wahlverhalten gezeigt: Hier erhielt die CDU die absolute Mehrheit. Der wirtschaftliche Aspekt scheint bei den angehenden Landwirten und Fachkräften für Agrarservice also auch wichtig zu sein. „Insgesamt wurde die Juniorwahl von den Schülern gut angenommen. Die Ergebnisse können jetzt im Politikunterricht weiter diskutiert und mit dem realen Ergebnis verglichen werden.“, freut sich Kay Dierksmeyer, der die Juniorwahl zusammen mit Dagmar Lörper am Berufskolleg organisiert hat.

Text von Natascha Verbücheln, Fotos von Christine Pollmann und Marlene Hunck (GGYGE17A)