Europa aus Unternehmersicht

Der Katjes CEO Bastian Fassin hat mit kaufmännischen Auszubildenden in Goch über die Bedeutung der EU für lokale Unternehmen gesprochen – von Absatzmärkten bis zur Zollfreiheit. Der Besuch war Teil eines IHK-Projektes.

Bastian Fassin (Mitte) hat die kaufmännischen Auszubildenden mit seiner Begeisterung für Europa angesteckt.

Bastian Fassin (Mitte) hat die kaufmännischen Auszubildenden mit seiner Begeisterung für Europa angesteckt.

Am 26. Mai ist Europawahl – ein wirtschafts- und gesellschaftspolitisch bedeutendes Ereignis. Die Niederrheinische IHK hat die Wahl zum Anlass genommen und das Projekt „Unternehmer für Europa“ ins Leben gerufen. Das Ziel: Unternehmer mit jungen Menschen zum Thema Europa ins Gespräch zu bringen. Bastian Fassin, geschäftsführender Gesellschafter der Emmericher Katjes Fassin GmbH + Co. KG, besuchte daher jetzt das Berufskolleg Kleve am Standort Goch. Mit rund 40 Auszubildenden diskutierte er über die Europäische Union und die Bedeutung der Europawahl im Mai. Schulleiter Peter Wolters freute sich über die besondere Schulstunde: „Es wächst seit vielen Jahren eine europäische Gemeinschaft heran, von der die Betriebe am Niederrhein profitieren können. Unser Arbeitsleben wird immer internationaler, umso wichtiger ist es, den Wert der europäischen Gemeinschaft und der Europa-Wahl für jeden einzelnen wie auch für Betriebe hervorzuheben.“

Bastian Fassin nutzte die Gelegenheit, um den angehenden Industriekaufleuten und Auszubildenden im Groß- und Außenhandel deutlich zu machen, wie wichtig die Europäische Union für sein Unternehmen ist: „Wir verkaufen unsere Süßwaren in ganz Europa. Daher sind die Vorteile des Europäischen Binnenmarkts für uns ein Segen; es ist der sicherste Markt für uns. Auch wenn der deutsche Markt unser Mutterherz ist, sind wir dank der EU ein größere Unternehmen und damit viel unabhängiger, wodurch das Mutterherz gestärkt wird“, so der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens aus Emmerich am Rhein, zu dem neben der Marke Katjes auch viele internationale Marken wie zum Beispiel Ahoj-Brause gehören.

Vor allem der Brexit war ein großes Thema im Gespräch mit dem Unternehmer: Fassin plant seit einem Jahr, wie er die Belieferung nach England sicherstellen kann, wenn demnächst jeder LKW an der Grenze kontrolliert werden: „Ich habe Lagerfläche dort gemietet und Ware für zwei bis drei Monate verschifft; jetzt zögert sich alles hinaus und ich muss neue Ware verschiffen.“ Auch privat sei er betroffen, da seine Kinder in England zur Schule gehen und unklar sei, ob sie nach den Osterferien zurückkehren dürfen. Während des Gesprächs mit den Schülern wird deutlich, dass Fassin für Europa brennt. Immer wieder zeigt er den Schülern die Vorteile der EU auf – die gemeinsame Währung, das kostenlose Roaming, gleiche Steckdosen oder auch die Möglichkeit, in ganz Europa studieren und arbeiten zu können. „Ihr müsst Haltung beweisen; ihr müsst eine Meinung zu Europa haben und euch damit auseinandersetzen. Ich wünsche mir, dass ihr zur Wahl geht“, appellierte er an die Schüler. 

 

Text von Natascha Verbücheln, Foto zur Verfügung gestellt von der IHK