Erzieher: Praxisintegrierte Ausbildungsform überzeugt

Fachkundige Erzieherinnen und Erzieher werden überall gesucht, doch Bewerber gibt es immer weniger, da die Anforderungen in der Ausbildung und später im Job hoch, die Bezahlung aber gering ist. Um die Ausbildung für junge Erwachsene attraktiver zu machen, hat das Berufskolleg Kleve im letzten Jahr die Ausbildungsform umgestellt.

65 Trägervertreterinnen und -vertreter der sozialpädagogischen Einrichtungen aus dem Kreis Kleve kamen zum Netzwerktreffen der Fachschule für Sozialpädagogigk, um sich über die neue praxisintegrierte Ausbildungsform der Erzieher auszutauschen.

65 Trägervertreterinnen und -vertreter der sozialpädagogischen Einrichtungen aus dem Kreis Kleve kamen zum Netzwerktreffen der Fachschule für Sozialpädagogigk, um sich über die neue praxisintegrierte Ausbildungsform der Erzieher auszutauschen.

Die an der Fachschule für Sozialpädagogikdes Berufskollegs Kleve angebotene „Praxisintegrierte Ausbildung" (kurz: PiA) zum Berufsabschluss „Staatlich anerkannte/-r Erzieher/-in" unterscheidet sich von der vollzeitschulischen Ausbildung vor allem darin, dass die Auszubildenden eine vergütete Anstellung in einer sozialpädagogischen Einrichtung erhalten und in dieser Einrichtung kontinuierlich über den gesamten Ausbildungszeitraum tätig sind – ähnlich wie bei der dualen Ausbildung. Regulär nehmen sie ihre praktische Ausbildung an drei Tagen pro Woche wahr und besuchen die Fachschule an den verbleibenden zwei Wochentagen. „Dieses Konzept führt zu einer permanenten Verzahnung von Theorie und Praxis und beinhaltet aufgrund der Vergütung auch eine deutlich höhere Attraktivität für die Auszubildenden“, so Karsten Verheyen, stellvertretender Bildungsgangleiter der Fachschule, „Es entwickelt sich zum Erfolgsrezept mit Zukunftscharakter!“ Dementsprechend werden nach den Sommerferien drei PIA-Erzieherklassen und eine vollzeitschulische Erzieherklasse am Schulstandort Bedburg-Hau beginnen – mehr als jemals zuvor. 

Bei einer Netzwerkveranstaltung des Berufskollegs mit 65 Trägervertreterinnen und -vertreter der sozialpädagogischen Einrichtungen aus dem Kreis Kleve wurden nun erste Erfahrungen ausgetauscht. „Durch die Schaffung dieses Ausbildungsangebots tragen wir entscheidend zur Verbesserung des Fachkräftemangels bei und blicken auf eine gelungene Kooperation mit den Trägern und Ausbildern des letzten Schuljahres zurück“, so Steffi Gijsbertsen, Bildungsgangleiterin der Fachschule für Sozialpädagogik. Am Ende des Netzwerktreffens, auf welchem ein intensiver Austausch zur Verknüpfung von Lerninhalten und Praxistätigkeiten sowie zu Qualitätsvereinbarungen und Vertragsangelegenheiten stattfand, konnte eines festgehalten werden: Alle Beteiligten sehen in PiA ein rundum positives und gelungenes Konzept, welches den Erwartungen und Anforderungen des Berufsalltags, der Einrichtungen sowie ihrer Klienten und auch der Auszubildenden entspricht, was sich nicht nur an den sehr guten Lernerfolgen und individuellen Entwicklungen der Auszubildenden festmachen lässt, welche von den Einrichtungen und Lehrern attestiert werden. Auch die große Nachfrage nach dieser Ausbildungsform bei den angehenden Fachkräften repräsentiert die Attraktivität des Konzepts. Das neue Konzept wird somit den gesellschaftlichen Begebenheiten gerecht, welche verdeutlichen, dass man aktiv und mit stetiger Entwicklung dem Fachkräftemangel entgegenwirken muss, um Kindern und Jugendlichen auch in Zukunft eine gute sowie bedarfsdeckende Betreuung, Erziehung und Förderung zu ermöglichen.

 

Text und Foto von Johannes Menrath 

Abteilung Sozialwesen