Digitale Schule

Für unsere Bemühungen, den Unterricht in die Zukunft zu führen, haben wir das Zertifikat „Digitale Schule“ verliehen bekommen. Dabei geht es nicht nur um eine gute Ausstattung, sondern auch um didaktische Konzepte zum Umgang mit der neuen Technik.

Dr. Hacer Türkeri und Erwin Dribusch haben stellvertretend für das Berufskolleg Kleve die Auszeichnung „Digitale Schule“ entgegengenommen.

Dr. Hacer Türkeri und Erwin Dribusch haben stellvertretend für das Berufskolleg Kleve die Auszeichnung „Digitale Schule“ entgegengenommen.

Die Auszeichnung wird von der Initiative „MINT Zukunft schaffen“ unter Schirmherrschaft der Bundesregierung an Schulen verliehen, die eine digitale Profilbildung vorweisen. Dazu gehört die digitale Ausstattung der Schule, die Fortbildung der Lehrer, die Teilnahme an Wettbewerben und vor allem die Anwendung digitaler Medien im Unterricht. Das Berufskolleg Kleve hat als eine von 33 Schulen in NRW die Jury überzeugt und wurde jetzt im Rahmen einer Festveranstaltung im Rathaus Dortmund ausgezeichnet. Mathias Richter, Staatssekretär im Ministerium für Schule und Bildung in NRW, gratulierte den ausgezeichneten Schulen und erklärte: „Ich freue mich über die Auszeichnung, denn das Land NRW will die Digitalisierung unserer Schulen vorantreiben und entwickelt hierzu derzeit eine Gesamtstrategie. Mit dieser Strategie wollen wir die Schulen und Schulträger und die Lehrerinnen und Lehrer dauerhaft unterstützen.“ 

Das digitale Profil des Berufskollegs Kleve ist breit gefächert: Zahlreiche Schüler nehmen jedes Jahr an digitalen Wettbewerben wie dem „Informatik-Biber“ teil; interaktive Tafeln und smarte Maschinen finden sich in Klassenräumen und Werkstätten; im Unterricht arbeiten Schüler mit Smartphones oder Tablets. „Im Berufsschulunterricht versuchen wir die Entwicklungen der Industrie, Stichpunkt Industrie 4.0, im Unterricht abzubilden und darzustellen. Es geht darum, Prozesse zu optimieren, indem man sie digitalisiert. Unser Ziel ist es, auch im Unterricht die komplette Produktionskette digital zu steuern und abbilden zu können“, erklärt Informatik-Lehrer Jochen Verrieth. Dazu sollen in Zukunft Industrieroboter über ein Netzwerk digital angesteuert werden. Schon jetzt arbeiten die Schüler der Abteilung Technik mit einem 3D-Drucker, vernetzten Werksmaschinen und Computerprogrammen, mit denen Prototypen virtuell überprüft werden können, ohne tatsächliche Prototypen herstellen zu müssen. 

Nicht nur im Praxisunterricht, auch in den allgemeinbildenden und naturwissenschaftlichen Fächern wird am Berufskolleg immer häufiger digital gearbeitet: Tablet-Klassen redigieren im Deutschunterricht ihre Texte kooperativ in Blogkommentaren oder analysieren ein Barock-Gedicht kollaborativ; im Physikunterricht wird die Temperatur, die Beschleunigung oder der Luftdruck mit dem Smartphone gemessen; Versuchsprotokolle im Chemie- und Biologieunterricht werden digital in Form von Videos erstellt. „Der Einsatz von digitalen Medien in ist unerlässlich, um eigenverantwortliches und individuelles Lernen zu unterstützen. Es lässt sich mit einer Vielzahl an Methoden üben und den Kompetenzerwerb des Lernenden fördern“, erklärt Lehrerin Dr. Hacer Türkeri. Entscheidend sei ein didaktisches Konzept, das Schüler an den digitalen Unterricht heranführe und die neuen Medien sinnstiftend und zielführend in den Lernprozess integriere. Am Berufskolleg gibt es erste Konzepte, die in Lehrplänen integriert sind. Diese sollen auch im Zuge des Neubaus des naturwissenschaftlichen Traktes ausgeweitet werden, um die Schule für die Zukunft gut aufzustellen.  

Text von Natascha Verbücheln, Foto: Berufskolleg und „MINT – Zukunft schaffen!“