Der Turmbau zu Kleve

Ein Projekttag in der Höheren Handelsschule

Ein Turm aus Holzklötzen – gebaut mit Bindfäden und Fahrradschläuchen. Wie hoch der Turm wird, hängt vor allem von der Teamarbeit ab.

Ein Turm aus Holzklötzen – gebaut mit Bindfäden und Fahrradschläuchen. Wie hoch der Turm wird, hängt vor allem von der Teamarbeit ab.

„Höher!“ „Zieht doch mal!“ „Jetzt lockerlassen!“ Klare Ansagen - in einem Raum, in dem ansonsten konzentrierte Stille herrscht. Zwanzig Schülerinnen und Schüler versuchen, nur mit Hilfe einer Konstruktion aus Fahrradschlauch und Bindfäden Holzklötze aufeinander zu stapeln. Schnell merkt man, wer hier Ideen liefert, wer gut zuhören kann und wer aufpasst, dass alles gut geht. Am Ende steht ein kleiner Turm - bis eine falsche Bewegung ihn wieder einstürzen lässt. Kein neuer Rekord also, aber die Schülerinnen und Schüler haben erkannt, wie die Zusammenarbeit in ihrer Klasse funktioniert.

Kooperation stand im Mittelpunkt des Projekttags in einer Unterstufenklasse der Höheren Handelsschule. Gemeinsam lösten die Schülerinnen und Schüler eine geometrische Aufgabe mit verbundenen Augen. Das ging schon ganz gut, geht aber noch besser. Davon sind alle überzeugt, und ein Schüler weiß auch schon, wie: „Wir müssen einfach mal besser zuhören.“ 

Zuhören, andere begeistern, sich durchsetzen können, das sind Eigenschaften, die die Schülerinnen und Schüler in ihre Klassengemeinschaft einbringen. Doch wer bringt welche Eigenschaft mit? Dazu wird wieder gebaut, diesmal von Hand. Die Bausteine sind beschriftet. „Freundlich“ steht auf einem, auf anderen „kreativ“, „zuverlässig“, „fair“. Die Schülerinnen und Schüler suchen aus. Wie bin ich? Wie sehe ich die anderen? Nach einigem Hin- und Hergetausche entsteht aus den einzelnen Steinen ein gemeinsames Bauwerk. Als das fertig ist, ruft eine Schülerin: „Ich habe noch eine Idee!“ Also werden Mauern umgeworfen und Klötzchen anders geschichtet. Wie gut, dass diese Gruppe auch „offen für Neues“ ist.

Zum Abschluss gibt Schulseelsorger Markus van Berlo etwas mit auf den Weg: Nimm dich an, wie du bist. Steh zu deinen Schwächen. Setze deine Stärken für dich und andere ein. Diese Aufgaben gilt es schließlich für die Schülerinnen und Schüler nicht nur in der Schule, sondern auch im Leben zu bewältigen.

Text und Fotos von Stefanie Daams, 

Abteilung Wirtschaft & Verwaltung