Brandschutzübung

Gerade in einer Küche können viele Unfälle passieren. Um diese zu vermeiden und das richtige Verhalten im Notfall zu üben, haben die angehenden Köche jetzt an einer Brandschutzübung teilgenommen.

Ernst Vehreschild bereitet die Simulation einer Fettexplosion vor.

Ernst Vehreschild bereitet die Simulation einer Fettexplosion vor.

Ausstreichen, nicht ausklopfen – Wer eine Löschdecke benutzen muss, sollte sich an diesen Hinweis immer erinnern. Denn beim Klopfen kann sich unter der Decke neuer Sauerstoff sammeln, der ein Feuer wieder entzündet. Brennt ein Topf auf dem Herd, sollte man die Decke fest um den Topf spannen; muss eine Person mit einer Löschdecke behandelt werden, so streicht man vorsichtig in Richtung Füße, um Schmerzen zu vermeiden und das Feuer zu stoppen. „Gewebe ist schwer entflammbar und hält hohen Temperaturen stand“, erklärt Ernst Vehreschild. Der Lehrer des Berufskollegs ist Löschzugführer der Freiwilligen Feuerwehr Materborn und weiß, wie man sich im Notfall richtig verhält. Den angehenden Köchen hat er jetzt sein Wissen weitergegeben und sie im Brandschutz geschult. Zuerst haben die Berufsschüler etwas über Gefahrenquellen, Fluchtwege und einen sicheren Arbeitsplatz gelernt, bevor sie Feuerlöscher und Löschdecken ausprobiert haben.

Gerade in Profi-Küchen, in denen mehrere Mitarbeiter nebeneinander mit heißem Fett, offenen Flammen und Fritteusen arbeiten, sind die Gefahrenquellen hoch. Aber auch im eigenen Haus lauern Gefahren: „Häufige Brandursache sind elektrische Geräte wie Toaster oder Wasserkocher, die in der Nähe von Gardinen oder Handtüchern stehen“, weiß Vehreschild. Gerade zur Weihnachtszeit sind mehrfach hintereinander geschaltete Dreifachsteckdosen häufig der Auslöser von Wohnungsbränden: „Das Gummi fängt an zu schmoren und die Hitzeentwicklung ist hoch.“ Dann ist es wichtig, schnell zu reagieren und die Feuerwehr zu verständigen. „Ich habe viel darüber gelernt, worauf man Zuhause - auch mit Kindern - achten sollte. Für die Arbeit in der Küche hilft es mir zu wissen, wie ich eine Löschdecke benutze. Es ist gut, einen Feuerlöscher schon einmal in der Hand gehabt zu haben, um keine Furcht davor zu haben“, sagt Malgorzata Gillner, Auszubildende in der Kalkarer Mühle. Gillner weiß jetzt, wie einfach ein Feuerlöscher bedient wird: Sicherheitssplint ziehen, Schlauch fest umgreifen und sprühen. 

Bei einigen Bränden kann allerdings ein Feuerlöscher, Wasser oder eine Löschdecke nicht ausreichen oder den Brand sogar beschleunigen. Ernst Vehreschild und sein Sohn Veit, der ebenfalls bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv ist, haben für die angehenden Köche einen Fettbrand simuliert, um die Gefahren davon zu zeigen: Schon eine kleine Menge Öl in einem Topf kann eine beeindruckende Explosion auslösen, wenn man versucht, das mindestens 300 Grad heiße und brennende Fett mit Wasser zu löschen. „Oft steigen die Flammen so hoch, dass sich auch das Fett in der Dunstabzugshaube entzündet“, berichtet Vehreschild. Daher ist der Einsatz einer Löschdecke oft zu gefährlich. Hier sollte unverzüglich die Feuerwehr gerufen werden.    

Am Ende der Brandschutzübung hat Ernst Vehreschild den Berufsschülern einen Tipp mit auf den Weg gegeben: „Unachtsamkeiten führen oft zu Unfällen. Gebt acht aufeinander, verstellt keine Fluchtwege und traut euch im Notfall den Feuerlöscher zu benutzen!“ 

Text und Fotos von Natascha Verbücheln