Berufsorientierung am Beruflichen Gymnasium

Zwölf Firmen und rund 100 angehende Abiturienten sind beim ersten Berufsorientierungstag zusammengekommen.  Die Betriebe nutzten die Gelegenheit, sich als potenzielle Arbeitgeber vorzustellen, während unsere Schülerinnen und Schüler hilfreiche Tipps für Bewerbungsverfahren erhielten.

Beim Berufsorientierungstag haben rund 100 Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Gymnasien nicht nur viele potenzielle Arbeitgeber der Region kennengelernt, sondern auch erfahren, wie sie ihren Erfolg bei Bewerbungsverfahren erhöhen können – z.B. mit Persönlichkeit.

Beim Berufsorientierungstag haben rund 100 Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Gymnasien nicht nur viele potenzielle Arbeitgeber der Region kennengelernt, sondern auch erfahren, wie sie ihren Erfolg bei Bewerbungsverfahren erhöhen können – z.B. mit Persönlichkeit.

Die Beruflichen Gymnasien am Berufskolleg Kleve führen wie alle gymnasialen Oberstufen zur Allgemeinen Hochschulreife. Das Besondere am Beruflichen Gymnasium: Die Schülerinnen und Schüler werden auf dem Weg zum Abitur gleichzeitig fit für den Berufseinstieg gemacht – inhaltlich in berufsbezogenen Fächern wie Gesundheit, Betriebswirtschaftslehre, Informatik oder Sport, und methodisch durch ein breit gefächertes Angebot an Berufs- und Studienwahlorientierung.

Ein neues Element ist der Berufsorientierungstag, an dem jetzt rund 100 Schülerinnen und Schüler der Beruflichen Gymnasien die Gelegenheit bekommen haben, mit zwölf potenziellen Arbeitsgebern aus der Region Bewerbungsgespräche zu simulieren, ihre Bewerbungsunterlagen zu überprüfen und sich über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten zu informieren. Die Schülerinnen und Schüler kommen hier in direkten Kontakt mit Personalern bildungsgangspezifischer Ausbildungsbetriebe. Dadurch eröffnen sich für sie direkte Anschlussperspektiven nach dem Abitur, aber auch für die Betriebe ergeben sich Chancen, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. „Die Ratschläge und Erwartungen der Fachleute aus der Wirtschaft verhelfen unseren Schülern dazu, eine realistische Einschätzung über den Beruf selbst sowie über die eigenen Leistungen und das eigene Auftreten zu bekommen“, sagt Dagmar Lörper, Koordinatorin der Beruflichen Gymnasien am Berufskolleg Kleve. Als Vorbereitung haben die Schüler sich über je zwei Firmen informiert und eine fiktive Bewerbungsmappe erstellt, die am Berufsorientierungstag von den Personalern geprüft und als Grundlage für fiktive Bewerbungsgespräche dienten. „Es ist sehr interessant. Wir können fragen, was dem Unternehmen wirklich wichtig ist und bekommen ein Feedback zu unserer Bewerbung. Das nimmt mir die Angst und erhöht unsere Chancen bei echten Bewerbungsverfahren“, glaubt Schülerin Alah Ahmed. Die 19-Jährige möchte eigentlich Medizin studieren; im Beruflichen Gymnasium für Ernährung wird sie hierauf in Fächern wie Medizintechnik, Physik oder Ernährungswissenschaften vorbereitet. Beim Berufsorientierungstag hat sie Pauline Schramm von Fluxana GmbH kennengelernt, die ihr neue berufliche Möglichkeiten aufgezeigt hat. „Ich lerne hier, dass es da draußen viel, viel mehr Optionen gibt. Ich muss mir Zeit nehmen, diese zu entdecken. Der NC für Medizin ist sehr hoch; eine Ausbildung als Chemielaborantin bei Fluxana könnte zum Beispiel eine gute Alternative sein. Den Beruf und die Firma kannte ich bisher nicht.“
  
Der Berufsorientierungstag ist eingebettet in eine umfangreiche Berufs- und Studienorientierung. Weitere Bausteine sind verpflichtenden Betriebspraktika, die Kooperation mit verschiedenen Hochschulen sowie der Besuch von Studienorientierungsmessen und regionalen Firmen. Sebastian Schöne der Aptis GmbH aus Goch hat zudem in einem mehrteiligen Workshop mit einer kleinen Schülergruppe individuelle Kompetenzen herausgearbeitet und auf alle Bereiche eines Bewerbungsverfahren von der Stellenanzeige über Bewerbungsgespräche und Assessment-Center bis zum Einstieg in den Beruf vorbereitet. „Mir hat das viel gebracht. Für erfolgreiche Bewerbungsgespräche muss man vor allem sich selbst gut kennen, da die Persönlichkeit den Personalern oft wichtig ist. Ich kann jetzt genau sagen, was meine Stärken und Schwächen sind“, berichtet Arla.  

Das Berufskolleg Kleve dankt den teilnehmenden Firmen – Aptis GmbH, Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (BAG), Fluxana GmbH, Kao Chemicals, Katjes, Kreispolizei Kleve, LVR-Klinik Bedburg-Hau, pro homine gGmbH Wesel, Salvea Allround Sports, Stadt Goch, tel-inform customer services GmbH und Verbandssparkasse Goch-Kevelar-Weeze – für ihr Engagement am Berufsorientierungstag. „Wir verstehen uns immer mehr als Dienstleister der Region und in diesem Fall profitieren beide Seiten – die Schülerinnen und Schüler, aber auch die Firmen“, freut sich Schulleiter Wolters über die sinnstiftende Kooperation mit den Betrieben. Vertriebsmitarbeiterin Pauline Schramm der Fluxana GmbH bestätigt das: „Wir bewegen uns in einer Nische mit unseren Produkten, die meisten Menschen kennen uns gar nicht; daher gestalten sich Stellenausschreibungen und die Bewerbersuche oft sehr schwierig. Durch den Berufsorientierungstag habe ich die Chance bekommen, unser Unternehmen direkt vorzustellen und über Karrieremöglichkeiten zu berichten.“ Einigen interessierten Abiturientinnen hat Schramm nun auch eine Werksführung angeboten, um den Betrieb noch etwas besser kennenzulernen.   

Text von Natascha Verbücheln, Fotos von Dominik Welbers