Mi 20.12.2017

MINT-freundliche Schule

Gruppenfoto bei der Ehrung und Vergabe des  MINT-Siegels

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Schulleiter Peter Wolters (2.v.r.) und MINT-Beauftragter Erwin Dribusch (4.v.r) nehmen die Ehrenurkunde von Schulministerin Yvonne Gebauer und Thomas Sattelberger (r.), MINT Zukunft schaffen, entgegen.

Mehrere Schülerinnen im Labor

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Schülerinnen des Beruflichen Gymnasiums Ernährung im naturwissenschaftlichen Unterricht.

Logo: Mint-Freundliche-Schule

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Für Erwin Dribusch ist die Auszeichnung nur ein erster Meilenstein. Der MINT-Beauftragte des Berufskollegs Kleve des Kreises Kleve hat Großes vor, um dem Fachkräftemangel im naturwissenschaftlich-technischen Bereich entgegenzuwirken. Dabei ist das MINT-Profil der Schule bereits jetzt so beachtlich, dass die Jury der bundesweiten Initiative "MINT Zukunft schaffen" die Entscheidung für die Zertifizierung sehr leicht fiel: In fast allen Bildungsgängen wird Unterricht in den Fächern Biologie, Chemie, Physik und Mathematik erteilt; die Bildungsgänge der Abteilung Technik vermitteln zudem breites Wissen in den Bereichen Automatisierung, Informationstechnologie, Elektrotechnik oder auch Robotik. "Die sehr schnelle Zuerkennung "MINT-freundliche Schule" als Auszeichnung für unser Berufskolleg zeigt mir, dass wir bei der Ausrichtung unseres Bildungsangebots für die Zukunft auf dem richtigen Weg sind", freut sich Schulleiter Peter Wolters und bedankt sich bei der "großzügigen Unterstützung" durch den Kreis als Schulträger, den Förderverein FFB und verschiedene Stiftungen, die eine moderne Ausstattung ermöglicht hätten. So können die Schülerinnen und Schüler in den Fachräumen mit 3D-Druckern, Röntgengeräten, Industrierobotern oder auch Massenspektrometern arbeiten. Tablets stehen zur die Protokollierung und Auswertung von Experimenten zur Verfügung.

MINT eröffnet berufliche Perspektiven

Bei der offiziellen Ehrung der Schule betonte Schulministerin Yvonne Gebauer  die Relevanz der MINT-Förderung: "Der MINT-Sektor bietet Jugendlichen hervorragende Perspektiven - sowohl für eine berufliche als auch eine akademische Ausbildung. Deswegen gilt es, für diese Fächer zu begeistern." Diesen Ansatz verfolgt auch Lehrer Dribusch. "Nachhaltige Bildung erfordert lebensnahe Problemstellungen, an denen Schülerinnen und Schüler selbstständig über die Unterrichtsstunde hinaus forschen können. Nur so kann aktives Wissen aufgebaut, Interesse geweckt und das Selbstbewusstsein gestärkt werden." Die Forschungsansätze der Schüler des Berufskollegs sind in den letzten Jahren bei vielen Wettbewerben wie "Jugend forscht" oder "Informatik-Biber" prämiert worden. Zurzeit arbeitet eine Schülergruppe zum Beispiel daran, die Strahlung in 15 bis 50 Kilometern Höhe mit einem Halbleiterdetektor zu messen und zu analysieren.

Mädchenförderung

Vom praxisbezogenen Unterricht profitieren vor allem auch Mädchen, denen berufliche Perspektiven eröffnet werden. "Ich habe Schülerinnen im Beruflichen Gymnasium Ernährung, die sich am Anfang nicht vorstellen können, später im MINT-Bereich zu arbeiten. Dennoch beginnen jedes Jahr einige unserer Abiturientinnen ein Studium oder eine Ausbildung in der Pharmazie, Lebensmittelchemie oder Medizin", sagt Dribusch, der sich über den Unterricht hinaus für die MINT-Förderung engagiert. So hat er ein Schülerforschungszentrum gegründet, in dem Schülerinnen und Schüler über ein Schuljahr hinweg an eigenen Forschungsprojekten oder Aufträgen aus der Wirtschaft in Kleingruppen forschen können. Unterstützt werden sie dabei von Lehrern des Berufskollegs sowie Studenten der Radboud Universität Nimwegen und der Hochschule Rhein-Waal. Im Moment steht das Angebot nur den Schülern des Berufskollegs offen. Dribusch plant aber eine Öffnung für alle interessierte Schülerinnen und Schüler des Kreises von der Grundschule an: "Das Schülerforschungszentrum ist wie ein Sportverein für Menschen, die nicht mit den Beinen, sondern im Labor oder am Computer arbeiten wollen. Die Schüler werden hier auf die Arbeitswelt vorbereitet, weil sie lernen, selbstständig und strukturiert zu arbeiten. Davon profitieren auch die Unternehmen in der Region", sagt Dribusch.
Für diese Ideen benötigt Dribusch vor allem eins: Platz. Daher soll ein Teil der 30 Millionen Euro, die Landrat Wolfgang Spreen für die Modernisierung des Berufskollegs Kleve im Haushalt einplanen will, in einen MINT-Trakt fließen, in dem es neben multifunktionalen Klassenräumen authentische Chemie-, Technik- und Biologie-Labore geben soll, in denen kleine Schülergruppen außerhalb des Unterrichts forschen können. "Dadurch wird das Berufskolleg dauerhaft den neu gewonnenen Status "MINT-freundliche Schule" erfolgreich beibehalten und ausbauen können", betont Wolters.

Schülerforschungszentrum

Organisation Das SFZ ist ein Verein, der an das Berufskolleg angeschlossen ist. Vorsitzender ist  Chemie-Lehrer Erwin Dribusch.
Idee Die Schüler setzen sich praktisch mit Themen aus der Naturwissenschaft und Technik auseinandersetzen und arbeiten losgelöst vom Unterricht an eigenen Ideen. Die Projekte werden später bei Wettbewerben wie zum Beispiel „Jugend forscht“ eingereicht.

Kontakt

Das SFZ ist im Moment jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter www.sfz-kleve.de

Text: Natascha Verbücheln,
Fotos: Berufskolleg Kleve, © MINT Zukunft,
Berufskolleg Kleve