Mo 25.06.2018

In die Tonne

In ihrer Mottowoche haben sich die Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit Müllsäcke geschnappt und Klassenräume, Flure und den Schulhof gereinigt. Vor allem die große Menge an Zigarettenstummeln hat sie erschrocken. Hunderte Schadstof

Bild vergrößern

In ihrer Mottowoche haben sich die Abiturienten des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit Müllsäcke geschnappt und Klassenräume, Flure und den Schulhof gereinigt. Vor allem die große Menge an Zigarettenstummeln hat sie erschrocken. Hunderte Schadstoffe lagern sich so über Jahre im Boden ab und gelangen über Auswaschungen ins Grundwasser.

Die Abiturienten Anna Völlings und Justin Lippe (links) zeigen zwei Schülern der Unterstufe,  Niklas Mulder und Liv Krapmanns, wo die Müll-Probleme liegen. Vor allem der Müll, der neben statt in den Mülltonnen auf dem Pausenhof landet, ärgerte die S

Bild vergrößern

Die Abiturienten Anna Völlings und Justin Lippe (links) zeigen zwei Schülern der Unterstufe, Niklas Mulder und Liv Krapmanns, wo die Müll-Probleme liegen. Vor allem der Müll, der neben statt in den Mülltonnen auf dem Pausenhof landet, ärgerte die Schüler.

Weltweite Gefahr: Rauchen schadet der eigenen Gesundheit; die Zigaretten, die achtlos weggeworfen werden, gefährden Menschen und Tiere auf der ganzen Welt. Das Fotomotiv ist für den Fotowettbewerb der Kreis Klever Abfallwirtschaft entstanden.

Bild vergrößern

Weltweite Gefahr: Rauchen schadet der eigenen Gesundheit; die Zigaretten, die achtlos weggeworfen werden, gefährden Menschen und Tiere auf der ganzen Welt. Das Fotomotiv ist für den Fotowettbewerb der Kreis Klever Abfallwirtschaft entstanden.

ür ihr Engagement und die Teilnahme am Frühjahrsputz haben die Abiturienten nun 150 Euro von Gertrud Kannenberg (links), Kreis Klever Abfallwirtschaft, erhalten. Auch in Zukunft wollen die Schüler des Beruflichen Gymnasiums für eine saubere, nachhalti

Bild vergrößern

ür ihr Engagement und die Teilnahme am Frühjahrsputz haben die Abiturienten nun 150 Euro von Gertrud Kannenberg (links), Kreis Klever Abfallwirtschaft, erhalten. Auch in Zukunft wollen die Schüler des Beruflichen Gymnasiums für eine saubere, nachhaltige Schule kämpfen. Unterstützt werden sie dabei von Lehrerin Dagmar Lörper (r.), Bildungsgangleiterin Sabrina Laackmann (3.v.l.) und dem stellvertretenden Schulleiter Dirk Plüschau.

Anna Völlings ärgert sich. Die Abiturientin steht weniger als einen halben Meter von der Mülltonne entfernt und bückt sich, um zwei Papiertüten vom Boden des Schulhofs aufzuheben: "Der Müll wird hier gekauft und hier gelassen - nur nicht im Mülleimer, sondern oft direkt daneben. Das muss doch nicht sein." Völlings weiß, dass das kein Einzelfall ist. Beim diesjährigen Frühjahrsputz haben sie und ihre Mitschüler des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit jede Menge Müll eingesammelt - neben der Mülltonne, auf dem Klassenboden und in den Fluren. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Schüler wollen eine müllfreie Schule.
An der Aktion der Kreis Klever Abfallwirtschaft haben sich viele Vereine und Schulen im Kreis beteiligt - insgesamt 37 Kubikmeter Müll haben sie an Wegrändern, in Parks und auf Schulhöfen gesammelt. Das sind 250 Badewannen voller Bonbonpapier, Pappbechern, Plastiktüten und Zigarettenstummeln. Das Problem: Der Müll wird weggeweht, Schadstoffe reichern sich im Boden und Grundwasser an. Den Städten und Gemeinden kostet das Einsammeln des achtlos weggeworfenen Mülls sowie das aufwendige Reinigen der Straßen viel Geld. Doch trotz der Bemühungen lagern sich tonnenweise Müll in der Umwelt ab. "Wir freuen uns, dass sich so viele am Frühjahrsputz beteiligt haben. Aber das ist noch steigerungswürdig. Überall liegt Müll; wir müssen damit anders umgehen und achtsamer werden", sagt Gertrud Kannenberg von der Kreis Klever Abfallwirtschaft (KKA).
Das finden auch die Schüler am Berufskolleg Kleve und engagieren sich für eine saubere Schule. Während der Mottowoche - verkleidet als Greise - haben sich rund 40 Abiturienten Müllsäcke geschnappt und sechs Stunden lang den Abfall eingesammelt. "Es war ein erfolgreicher Tag. Wir konnten viele Schüler an dem Tag animieren mitzuhelfen", freut sich Anna Völlings. Als Belohnung warteten am Nachmittag selbst gemachte Waffeln. "Die Schüler haben einen richtigen Ehrgeiz entwickelt, möglichst viel Müll einzusammeln", erinnert sich Sabrina Laakmann, die Bildungsgangleiterin des Beruflichen Gymnasiums für Gesundheit. Ein großes Problem der Schule: die Zigarettenstummel, die sich rund um die Schule finden lassen. "Das war erschreckend. Denn nicht nur das Rauchen ist schädlich, sondern auch der Müll an sich", weiß Abiturient Justin Lippe. Hunderte Schadstoffe befinden sich in den Zigaretten, die nur langsam abgebaut werden und durch Auswaschungen ins Grundwasser gelangen. Die Abiturienten wollen auf die gesundheitliche Gefahr der Zigarettenstummel, die für Umwelt, Mensch und Tier ausgeht, aufmerksam machen und haben dazu kreative Fotos erstellt, mit denen sie 150 Euro Preisgeld von der Kreis Klever Abfallwirtschaft erhalten haben. "Die Schüler haben sich ein wichtiges Thema herausgegriffen und es entsprechend gut in ihren Fotos aufgegriffen", lobt Kannenberg bei der Übergabe des Preisgeldes.  
Damit endet das Engagement der Schüler nicht. "Seit der Multivisionsschau "REdUSE" und der Ausstellung der KKA in unserer Schule beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema und suchen nach Lösungen", berichtet Lehrerin Dagmar Lörper.
So haben die Schüler untersucht, welcher Müll in welchen Mengen in der Schule anfällt, und ihre Ergebnisse und Ideen der Schulleitung präsentiert. Der stellvertretende Schulleiter, Dirk Plüschau, nimmt das Engagement der Schüler ernst: "Wir greifen dieses Thema gerne auf und arbeiten an einem vernünftigen Müllkonzept. Dabei freuen wir uns über die Unterstützung der Kreis Klever Abfallwirtschaft." Erste Schritte zu einer sauberen Schule sind bereits eingeleitet: In der Mensa soll es nach Möglichkeiten keine Tüten mehr geben, die aus Papier und Plastik bestehen, was die Mülltrennung und das Recycling erschweren. Eine Schüler-Projektgruppe erarbeitet zudem ein Konzept für nachhaltige Merchandise-Produkte wie wiederverwertbare Butterbrotdosen oder Kaffeebecher. So könnte der Müll, der in der Schule anfällt, verringert werden, was auch die Verschmutzung reduzieren würde. "Mir ist das Thema wichtig und ich möchte es weiterführen, da ich weiß, wie es draußen auf dem Schulhof aussieht. Wir brauchen Lösungen", sagt Niklas Mulder vom Beruflichen Gymnasium für Gesundheit. Spätestens im November zur europäischen Woche der Abfallvermeidung möchte er mit seinen Mitschülern aktiv werden.

Text und Fotos: Natascha Verbücheln,
Abteilung Gesundheit und Ernährung