Mo 04.06.2018

Großer Wurf: Mit dem Aerobie zum IHK-Schulpreis

Aerobie-Aktionstag Gruppenbild

Bild vergrößern

Die Oberstufe der Kaufleute für Büromanagement haben den Aktionstag eigenständig geplant und organisiert. Sie wollen den Frisbee ähnlichen Wurfring in Deutschland vermarkten. Lehrer Klaus-Peter Barth (3. von rechts, hinten) hat die Berufsschüler auf die Idee gebracht.

Aerobie-Aktionstag Bild 1

Bild vergrößern

Auf die Haltung kommt es an: Wenn man den Wurfring gerade hält, kann man ihn gezielt werfen. Berufsschüler Rezan Diken zeigt den Kindern, wie es geht.

Aerobie-Aktionstag Bild 2

Bild vergrößern

Über 400 Meter weit kann der Aerobie fliegen, auf dem Schulhof der Arnold-Janssen-Schule übten die Schüler erst einmal die Kurzstrecke.

In den USA ist er schon lange beliebt, in Deutschland kennen die wenigsten den Aerobie. Der Frisbee ähnliche Wurfring fliegt sehr stabil und ist auch für Kinder einfach zu werfen. Daher wollen unsere angehenden Bürokaufleute das Sportgerät mit einem Aerobie-Aktionstag an der Arnold-Janssen-Grundschule bekannt machen. Die Aktion ist Teil eines Projektes im Rahmen der Bewerbung um den IHK-Schulpreis.
Profis werfen ihn über 400 Meter weit, aber auch Ianis und Avi haben mit dem Aerobie schnell Freude. Der Wurfring ist sehr leicht und liegt wesentlich stabiler in der Luft als ein Frisbee, wodurch er gerade fliegt, ohne Kraftaufwand 100 Meter überwindet und sich durch die weichen Kanten leicht fangen lässt. "Er fliegt so schön und sieht auch schön aus. Ich möchte auf jeden Fall einen für die Ferien haben", sagt der neunjährige Ianis, der zusammen mit den anderen Dritt- und Viertklässlern der Arnold-Janssen-Schule aus Goch den Aerobie an vier Stationen spielerisch ausprobiert hat. Organisiert hat den Aktionstag die Oberstufe der Kaufleute für Büromanagement.
Den Berufsschülern geht es um die Frage, wie man dieses amerikanische Produkt in Deutschland vermarkten kann. Auf die Idee dazu gebracht hat sie ihr Lehrer und Bildungsgangleiter Klaus-Peter Barth, der das Sportgerät im letzten Frankreichurlaub kennengelernt hat. Im Unterricht entstand dann die Idee, diesen Aerobie in Deutschland zu vermarkten. Dazu haben sich die Schüler auf verschiedene Bereiche wie Finanzen, Marketing oder Spielplanung aufgeteilt und erste Meilensteine definiert. Nach theoretischen Input zum Prozessmanagement ging es im Frühling in die Praxis: Der Aerobie wurde mit verschiedenen Wurftechniken ausprobiert und Spiele entwickelt. Zur Realisierung der Projektidee hat sich die Arnold-Janssen-Schule in direkter Nachbarschaft zum Berufskolleg zur Verfügung gestellt. Die Direktorin der Grundschule, Kirsten Wamers, hat auch zugestimmt, dass die Grundschüler nach dem Aktionstag Fragebögen ausfüllen, um den wirtschaftlichen Erfolg auszutesten. Mit den Erfahrungen und der Auswertung der Fragebögen soll einerseits das Potenzial des Sportgerätes hinterfragt werden. Zudem könnte das sportliche Projekt auch für Krankenkassen interessant sein, um beispielsweise einen Gesundheits- oder Familientag durchzuführen. "Die Schüler erfahren durch das Projekt komplexe Aufgaben in ihrer Gesamtheit und lernen sie eigenständig im Team zu bearbeiten", freut sich Dirk Plüschau, stellvertretender Schulleiter des Berufskollegs.
Die Berufsschüler haben sich mit ihrem Projekt beim IHK-Schulpreis angemeldet. Hier treten zehn Schülerteams der weiterführenden Schulen aus Duisburg und den Kreisen Kleve und Wesel mit wirtschaftsnahen Projekten gegeneinander an. Die Schüler sollen wirtschaftlich arbeiten und dabei vor allem etwas über Umsätze, Kosten und das Projektmanagement lernen. "Die Kooperation mit der Grundschule ist außergewöhnlich und beeindruckend. Die Berufsschüler können Marktforschung betreiben und die Kindern erleben einen sportlichen Tag - eine Win-Win-Situation", findet Karoline Wohlfahrt von der Niederrheinischen IHK. Ob das für den Sieg beim Schulpreis reicht, entscheidet sich im September. Berufsschülerin und Projektleiterin Corinna Nakotte ist bereits jetzt zufrieden: "Jeder von uns konnte sich im Projekt einbringen. Die Schüler haben richtig Spaß an den Spielen und wollen ihren Eltern und Freunden von dem Aerobie erzählen." Sollte es mit dem Gewinn klappen, kann sich Nakotte vorstellen, mit dem Preisgeld in Höhe von 1500 Euro ein deutschlandweites Turnier an vier Stränden zu organisieren. Ianis und Avi wären sicherlich gerne dabei. Auf eines sollten die beiden dann aber achten: Der Aerobie schwimmt nicht. Zu nah am Wasser sollten sie also nicht stehen, sonst wird aus dem Bewegungsspiel schnell ein Tauchgang.

Video: Bei diesen beiden Jungs klappt das Werfen und Fangen schon richtig gut.

Text, Fotos und Video: Natascha Verbücheln,
Abteilung Wirtschaft und Verwaltung