Do 22.03.2018

Fachkräfteschmiede am Niederrhein

Präsentation Techniker ET-1

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Fabio Beem und Joel Henselder (von links) präsentieren ihre selbst gebaute CNC-Portalfräse. Ab Mai dürfen sich die beiden nach vier Jahren Fachschulunterricht "staatlich geprüfte Techniker" nennen.

Präsentation Techniker ET-2

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Ein Modell einer Windkraftanlage – Jessika Jansen untersuchte in ihrer Abschlussarbeit den optimalen Standort.

Demografischer Wandel, Digitalisierung, Fachkräftemangel - Stichworte, die uns in der jüngeren Vergangenheit allerorten begegnen. Aktuelle Studien der Bundesagentur für Arbeit im Rahmen der Fachkräfteengpassanalyse bescheinigen, dass letztes Jahr die durchschnittliche Vakanzzeit von sozialversicherungspflichtigen Arbeitsstellen beispielsweise im Bereich der Softwareentwicklung und Programmierung 144 Tage betrug. Seit Jahren bietet das Berufskolleg Kleve mit der Fachschule für Elektrotechnik einen Lösungsansatz: Hier werden innerhalb von vier Jahren praxiserfahrene und theoretisch gut ausgebildete Fachkräfte bereitgestellt, die sich den ständigen wandelnden Ansprüchen an untere und mittlere Führungskräfte anpassen können. Als staatlich geprüfte Techniker besetzen sie zunehmend die Qualifikationsebene zwischen Facharbeiter einerseits und Ingenieuren andererseits.
Jetzt haben 23 Studierende ihre Abschlussprojekte vorgestellt, die kurz vor dem Ende ihrer vierjährigen Fachausbildung stehen. Bei der Präsentation wurde die hohe Qualität der Ausbildung deutlich:  Malte Vervoorst, Christoph Metzner und Florian de Haan stellten für die Firma BSG Uedem eine Schnittstelle zwischen den Software Tools "ONETool3" und "EPLAN" vor, mit der es möglich ist, Schaltpläne für Endkunden automatisiert zu produzieren, ohne externe Firmen beauftragen zu müssen. Am Hauptstandort getestet und jetzt kurz vor der Integration in den weltweit agierenden Zweigstellen steht ein Softwaretool, das Teil-Schaltpläne, so genannte Makros, auf Änderungen und Aktualisierungen automatisch überprüft. Dann können die Anpassungen in allen Schaltplänen gezielt eingepflegt werden. Sven Kronenberg und Jens Borrmann entwickelten diesen EPLAN-Softwarezusatz für die Firma KHS Kleve.
Mit der Frage, wo ein Windrad am effektivsten arbeitet, befasste sich Jessika Jansen. Sie simulierte dazu den Lastfluss, der sich durch die Einbindung einer Windkraftanlage in das Spannungsnetz bei der Firma Westnetz verändert. Der Standort eines Windrades ist entscheidend, damit das Netz unabhängig von z.B. den Wind-Bedingungen stabil bleibt. Die Firma Westnetz spielte auch bei Carsten Holtkamp eine Rolle: Gegenstand seiner Projektarbeit war die Integration von Umspannstationen ins Gesamtnetz, wodurch die Umspannstationen z. B. Energieflüsse automatisch rückmelden können. Clever kombinieren und innovativ integrieren stand für Fabio Beem und Joel Henselder im Fokus: Die beiden entwickelten eine CNC-Fräse, die sich komplett überwachen und über eine App steuern lässt. Das Schleifen, Fräsen oder Gravieren wird dabei durch Raspberry Pi- und Arduino-Computer organisiert.

Nach den erfolgreichen Abschlussprüfungen im Mai dürfen diese  Studierende der Fachschule für Elektrotechnik die Berufsbezeichnung „staatlich geprüfter Techniker“ führen und ihr Know-how den hiesigen Unternehmen zur Verfügung stellen.

Text: Jochen Verrieth, Fotos: Jörg Scholz,
Abteilung Technik