Mi 11.07.2018

Ausflug nach Köln

Die Unterstufe der Fachoberschule Gesundheit und Soziales im Brauhaus nach dem bewegenden Besuch im Gestapo-Haus in Köln. Beim Essen konnten sich die Schülerinnen und Schüler in Ruhe über ihre Eindrücke austauschen.

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Die Unterstufe der Fachoberschule Gesundheit und Soziales im Brauhaus nach dem bewegenden Besuch im Gestapo-Haus in Köln. Beim Essen konnten sich die Schülerinnen und Schüler in Ruhe über ihre Eindrücke austauschen.

Hinter der Bezeichnung „EL-DE Haus“ versteckt sich das Haus der „Geheimen Staatspolizei“, benannt nach seinem Bauherrn Leopold Dahmen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde es von 1935 bis 1945 von der Geheimen Staatspolizei beschlagnahmt. Das Haus ist sehr zentral gelegen und die Räume waren zu dem damaligen Zeitpunkt noch nicht fertig, so dass die Geheime Staatspolizei es für ihre Zwecke fertigstellen konnte. Bei der Gestaltung der Gedenkstätte hat man versucht die Originaleinrichtung von damals bestmöglich zu übernehmen. Unsere Klasse nahm an einer einstündigen Führung durch das Erdgeschoss, das Dachgeschoss und zuletzt den Keller teil.
Am Anfang erzählte uns die Gruppenleiterin kurz etwas über die Geschichte des Hauses. In einem der ersten Räume hingen verschiedene Dokumente, auf denen Zeugenaussagen über andere Personen, die angeblich etwas gegen Hitler gesagt hätten, standen. Man konnte damals niemandem richtig trauen, selbst der eigenen Familie nicht. So habe ein Bruder beispielsweise seinen eigenen Bruder verraten, nur weil dieser nicht so positiv zu Hitler eingestellt war wie er selber. Selbst bei banalen Dingen sei man bei der Geheimen Staatspolizei vorgeladen worden. Viele „Zeugen“ hätten dort nur ausgesagt, um die eigene Familie und sich selbst zu schützen.  Ferner erzählte die Gruppenleiterin, dass es früher unterschiedliche Jugendgruppen mit unterschiedlicher Meinung zu Hitler gegeben habe. Für die Jungen gab es einmal die „Hitlerjugend“ und bei den Mädchen gab es den „Bund Deutscher Mädel“. Diese zwei waren die Gruppen, die Hitler unterstützten. Natürlich existierte auch eine Anti-Hitler Gruppe; Sie nannten sich die „Edelweißpiraten“, diese war eine Widerstandsgruppe, die z. B. Flugblätter mit Parolen und Warnungen an Bäumen oder auf öffentlichen Plätzen verteilte, um die Bürger wachzurütteln. Eines der Mitglieder wurde bei so einer Aktion erwischt und nachweislich in einer der Gefängniszellen des Gestapo-Hauses untergebracht. Die Zellen waren meist sehr dunkel und klein und trotzdem wurden in diesen auch mal 30 Gefangene festgehalten. Männer und Frauen waren getrennt. Toilettengänge fanden nur zweimal am Tag statt. Für Notfälle stand ein Eimer in jeder Zelle.
Viele Gefangene schrieben zum Beispiel mit Lippenstift oder ritzten mit ihren Fingern Buchstaben, Wörter oder sogar ganze Sätze in die Wände; oft die letzten Abschlussworte.
 
Nach dem Besuch im Gestapo-Haus stand uns noch Zeit zur freien Verfügung, die die meisten als Shopping-Tour nutzen. Zum Abschluss des Ausflugs setzten wir uns mit der ganzen Klasse noch in ein Brauhaus und aßen dort in gemütlicher Runde zu Abend. In dieser Zeit tauschten wir uns auch noch über den bewegenden Besuch und die Geschehnisse aus und ließen den Tag in Ruhe ausklingen.

Text: Miriam Hartmann (SFOSU17C), Fotos: Nicola Schatton,
Abteilung Sozialwesen