Mi 20.09.2017

600 Schüler simulieren Bundestagswahl

Juniorwahl BK Kleve - Stimmabgabe mit Schulleiter und Lehrer

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Schulleiter Peter Wolters und die Politiklehrer Dagmar Lörper und Thorsten Rölver freuen sich über das große Interesse ihrer Schülerinnen und Schülern an der Juniorwahl.

Juniorwahl BK Kleve - Wahlhelfer im Wahllokal

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Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Gesundheit beim Wahlvorgang im schuleigenen "Wahllokal"

Ausweis zeigen, zwei Kreuzchen setzen, Unterlagen in die versiegelte Urne werfen – Der Wahlvorgang im zum Wahllokal umgebauten Klassenzimmer dauert nur wenige Minuten und ist relativ unspektakulär. Für die fast 600 Schülerinnen und Schüler des Berufskolleg Kleves ist es aber eine wichtige Erfahrung. Viele dürfen am Sonntag zum ersten Mal wählen gehen. „Jetzt bin ich nicht mehr nervös davor“, sagt Schülerin Nadine Küppers (18) vom Beruflichen Gymnasium Gesundheit.

Bei dem bundesweiten Projekt der Juniorwahl geht es um das Erleben von Demokratie. Demokratie, das ist laut Online-Suchmachine eine Regierungsform, bei der eine gewählte Volksvertretung die politische Macht ausübt. Doch was passiert eigentlich, wenn immer weniger Menschen wählen gehen? Das Wort Politikverdrossenheit gerade unter Jugendlichen ist allgegenwärtig. Die Gründe dafür sind vielfältig, liegen aber sicherlich auch im politischen System begründet. "Das Wahlsystem in Deutschland ist sehr komplex. Durch die Juniorwahl ist es verständlicher und greifbar geworden", sagt Küppers. Dazu stand in den letzten zwei Wochen das Thema „Demokratie und Wahlen“ auf dem Stundenplan, damit es in dieser Woche – wie bei der „echten“ Bundestagswahl – für die Schüler mit Wahlbenachrichtigung und Ausweis in das Wahllokal geht. Der Ablauf der Juniorwahl ist nahezu identisch mit der echten Wahl. So darf die Wahl erst nach Abgabe eines Ausweises erfolgen; die Abstimmung ist geheim und frei. Was anders ist, dass alle Schüler - egal welches Alters oder Nationalität wählen dürfen. So sollen möglichst viele Schüler früh die Wichtigkeit der eigenen Stimme erleben und das Gefühl des Wählens nachempfinden.

50 Wahlhelfer haben im Vorfeld der Juniorwahl Wählerverzeichnisse angelegt, die Wahlkabinen hergerichtet und werden später auch die Stimmen auszählen. „Es ist eine große Verantwortung. Wenn etwas schief läuft, werden die Wahlergebnisse verfälscht“, sagt Schülerin Sabrina Hüls, die Wahlhelferin bei der Juniorwahl ist und sich für die Wahl am Sonntag auch als Ersatz-Wahlhelferin gemeldet hat.  Die Ergebnisse der Juniorwahl, an der sich bundesweit 3500 Schulen beteiligen, werden am Sonntagabend auf www.juniorwahl.de veröffentlicht.

Für die Politiklehrer des Berufskolleg Kleves geht es vor allem um die Demokratisierung der Schülerinnen und Schüler. „Das Ziel des Projektes ist es, die Wahlbeteiligung zu erhöhen und die Politikverdrossenheit zu bekämpfen. Die Wahl wird jetzt auf dem Schulhof und in den Familien der Schüler thematisiert“, erklärt Dagmar Lörper, die die Juniorwahl am Berufskolleg organisiert hat.  Sabrina und ihre Klassenkameraden haben sich intensiv mit den Wahlprogrammen auseinander gesetzt und auch Themen vermisst: „Wir würden uns bessere Zug- und Bahnverbindungen wünschen.“

Text und Fotos: Natascha Verbücheln,
Berufskolleg Kleve